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Ein eigenes Computerspiel mit Kind und KI entwickeln: Blocks Beyond the Stars

Manchmal entstehen unsere Projekte nicht daraus, dass wir uns vorher einen perfekten Plan gemacht haben. Manchmal beginnt es einfach mit einer Idee am Küchentisch, einem Kind, das ganz genau weiß, was es haben möchte, und einem Papa, der erst einmal überlegt: „Okay. Und wie bauen wir das jetzt?“


So ist bei uns Blocks Beyond the Stars entstanden.



Der Startscreen unseres eignen Spiels :)
Der Startscreen unseres eignen Spiels :)

Das ist ein blockbasiertes 3D-Weltraumspiel, an dem wir als Familie arbeiten. Man startet mit einem kleinen Raumschiff, landet auf fremden Planeten, sammelt Rohstoffe, baut, erforscht, erweitert sein Schiff und kann auch mit Freunden zusammen spielen. Inzwischen gibt es sogar eine eigene Webseite und das Projekt liegt öffentlich auf GitHub.

Und ja: Darauf sind wir schon ziemlich stolz.



Aber dieser Beitrag ist keine klassische Bastelanleitung nach dem Motto: „Ihr braucht nur Pappe, Kleber und zehn Minuten Zeit.“ Dieses Projekt ist deutlich größer. Es hat sich über viele Wochen entwickelt, mit vielen Abenden, vielen Tests, vielen Fehlern und sehr vielen Sätzen wie: „Das ist cool, aber jetzt müsste man noch...“

Trotzdem möchte ich es euch zeigen. Nicht, weil ich glaube, dass jedes Kind sofort ein großes 3D-Spiel bauen sollte. Sondern weil es ein schönes Beispiel dafür ist, was heute möglich wird, wenn Kinderideen, elterliche Begleitung, technisches Wissen und KI-Werkzeuge zusammenkommen.


KI ist kein Ersatz für Begleitung


Ich würde ein Kind nicht einfach ungefiltert vor eine Chat-KI setzen und sagen: „Mach mal ein Spiel.“

Das ist aus meiner Sicht weder sinnvoll noch besonders lehrreich. Spannend wird es erst, wenn man gemeinsam damit arbeitet. Das Kind bringt die Vision mit: Wie soll die Welt aussehen? Welche Dinge sollen passieren? Welche Kreaturen gibt es? Was fehlt noch? Was ist langweilig? Was macht Spaß?

Der Erwachsene hilft dabei, diese Ideen in eine Form zu bringen, mit der eine KI und später auch ein echtes Programm etwas anfangen können.

Denn „Mach mir ein cooles Weltraumspiel“ reicht nicht.

Man muss lernen, genauer zu sagen, was man eigentlich möchte. Zum Beispiel:Soll das Spiel alleine spielbar sein oder mit Freunden? Soll man Schiffe bauen können? Wie landet man auf Planeten? Was passiert, wenn etwas nicht funktioniert? Welche Funktionen sind zuerst wichtig und welche können später kommen?

Das ist für Kinder erstaunlich lehrreich. Nicht wie Schule, eher wie ein Spiel im Spiel. Man lernt, dass eine gute Idee erst dann richtig stark wird, wenn man sie erklären, verbessern und ausprobieren kann.


Justus hatte die Ideen, ich die Technik


Bei uns war die Rollenverteilung ziemlich klar.

Justus hatte die Vision. Er hatte Ideen für Planeten, Spielmechaniken, Raumschiffe, Kreaturen und dafür, wie sich das Spiel anfühlen soll. Und er hatte vor allem eine sehr wichtige Aufgabe: testen, testen, testen.

Kinder sind da gnadenlos gut. Während Erwachsene manchmal denken „Ach, das ist noch nicht fertig, das ignoriere ich mal“, wird ein Kind sofort sagen: „Papa, da fehlt was.“ Oder: „Das ist blöd.“ Oder: „Warum kann ich das nicht auch bauen?“

Ich habe den technischen Teil übernommen. Also Architektur, Programmierung, Server, Unity, GitHub, Fehlerbehebung und das ganze Zeug, bei dem man gerne mal sehr lange auf einen Bildschirm schaut und sich fragt, warum gestern noch alles funktioniert hat.

KI war dabei ein Werkzeug. Sie hat geholfen, Code zu schreiben, Ideen zu strukturieren, Texte zu formulieren, Assets vorzubereiten und technische Probleme schneller einzugrenzen. Aber die Entscheidungen kamen von uns. Die Richtung kam von Justus. Und die Verantwortung dafür, dass daraus etwas Spielbares wird, lag weiterhin bei uns.


So ein Spiel entsteht nicht in einem Guss


Das vielleicht Wichtigste, was man bei so einem Projekt lernt: Es wird nicht einfach auf Knopfdruck fertig.

Man startet mit einer Beschreibung. Dann baut man eine erste Version. Dann testet man. Dann merkt man, dass die Steuerung komisch ist. Dann repariert man die Steuerung und merkt, dass dafür etwas anderes kaputt gegangen ist. Dann kommt eine neue Idee dazu. Dann muss man wieder umbauen.

Und irgendwann ist aus einer Idee ein echtes Projekt geworden.

Bei Blocks Beyond the Stars kamen nach und nach immer mehr Dinge dazu: fremde Planeten, Raumschiffe, Basenbau, Multiplayer, ein selbst hostbarer Server, kleine DataQube-Minispiele und eine Story rund um die Schiffs-KI VEGA. Das klingt jetzt nach einer großen Feature-Liste, aber in Wirklichkeit war es eher ein langer Weg aus vielen kleinen Schritten.


Genau darin steckt aus meiner Sicht auch der pädagogische Wert.


Kinder erleben hier nicht nur „KI macht etwas“. Sie erleben, dass Projekte wachsen. Dass man Fehler findet. Dass man Dinge verwerfen darf. Dass man genauer fragen muss. Dass man manchmal Geduld braucht. Und dass ein Spiel, das man selbst mitentwickelt hat, sich ganz anders anfühlt als eines, das man nur herunterlädt.


Nicht perfekt, Hauptsache es macht Spaß


Natürlich ist Blocks Beyond the Stars kein fertiges Hochglanzspiel aus einem großen Studio. Es ist ein kostenloses Familien-Spielprojekt in Entwicklung. Es gibt noch Fehler, es fehlen noch Inhalte, manches wird sich ändern.


Aber genau das passt eigentlich ganz gut zu unserem Blog-Motto.

Nicht perfekt, Hauptsache es macht Spaß.


Für uns ist das Projekt eine Mischung aus Familienzeit, Technikexperiment, Spielidee und Lernreise. Justus sieht, dass seine Ideen ernst genommen werden. Ich sehe, wie viel Kreativität in einem Kind steckt, wenn man nicht sofort sagt: „Das geht nicht.“ Und gemeinsam lernen wir, wie man aus einer Vorstellung Schritt für Schritt etwas baut, das andere tatsächlich ausprobieren können.


Falls ihr neugierig seid:Die Webseite zum Spiel findet ihr hier: Blocks Beyond the Stars Für Techies - Das öffentliche GitHub-Repository findet ihr hier: BlocksBeyondTheStars auf GitHub

Vielleicht ist das für euch kein Projekt zum Nachbauen. Vielleicht aber eine Inspiration, mit euren Kindern eigene digitale Ideen auszuprobieren. Das muss kein großes 3D-Weltraumspiel sein. Es kann auch ein kleines Browsergame sein, ein digitales Haustier, ein Quiz, eine interaktive Geschichte oder einfach ein erster Prototyp, der nur drei Dinge kann.


Wichtig ist aus meiner Sicht nicht, dass am Ende alles perfekt ist.


Wichtig ist, dass Kinder merken: Meine Ideen können Wirklichkeit werden. Und ich darf mitbestimmen, wie.

1 Kommentar


evovexufix02
vor 2 Tagen

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