Pixel-Pets: Digitale Haustiere selber bauen
- Verena und Marcel

- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Ein kleines Technik-Projekt mit Kindern, KI und ganz viel Spaß am Ausprobieren.
Hand aufs Herz: Kinder sitzen gerne vor dem Tablet, der Konsole oder dem Computer. Das ist bei uns nicht anders. Und manchmal denkt man sich als Eltern: Könnte man diese Begeisterung nicht auch irgendwie kreativ nutzen?

Genau daraus ist bei Justus und mir die Idee für die Pixel-Pets entstanden. Statt nur zu spielen oder Videos zu schauen, wollten wir selber etwas bauen. Etwas Kleines, Lustiges, das auf Berührung und Bewegung reagiert. So wurden aus ein paar Ideen, kleinen Geräten und viel Ausprobieren unsere eigenen digitalen Haustiere.
Wenn Kinder die Ideen haben
Das Schönste an dem Projekt war für mich nicht die Technik. Das Schönste war, wie viele Ideen Justus hatte.
Justus ist 10 Jahre alt. Er programmiert noch nicht selbst in C++ und kennt auch keine komplizierten Code-Strukturen. Aber er weiß sehr genau, was ein digitales Haustier können sollte.
Zum Beispiel:
„Papa, das Pet muss tanzen, wenn man es schüttelt.“
Oder:
„Es braucht ein Raumschiff.“
Und natürlich:
„Muffin soll Geschenke an Goo-Goo schicken können.“
Muffin, Goo-Goo und Visu sind die Namen für die verschiedenen Geräte auf denen das Pixel Pet laufen kann. Auf jedem Gerät gibt einen Bär, eine Katze der einen Hund.
Pip ist ein Zusatz - mit dem kleinen Gerät kann man die Pets füttern oder sie hüpfen lassen.
Früher hätte ich an dieser Stelle wahrscheinlich gesagt: „Das ist aber ziemlich kompliziert.“ Diesmal haben wir es einfach ausprobiert.
Basteln mit Code
Für das Projekt haben wir kleine M5Stack-Module benutzt. Das sind kleine Geräte mit Display, Knöpfen und Sensoren. Man kann sie programmieren und damit sehr schnell eigene kleine Spiele oder Spielzeuge bauen.
Dazu kam noch KI als Helfer. Wir haben unsere Ideen beschrieben und daraus Schritt für Schritt Code gemacht. Nicht alles hat sofort funktioniert. Manchmal war ein Bild falsch, manchmal hat sich das Pet nicht so bewegt wie gedacht, und manchmal mussten wir Dinge wieder umbauen.
Aber genau das war eigentlich der spannende Teil.
Justus konnte erleben, dass Technik nicht einfach „magisch“ fertig aus dem Laden kommt. Jemand denkt sich etwas aus, probiert es aus, findet Fehler, verbessert es und freut sich dann, wenn es plötzlich funktioniert.
Was unsere Pixel-Pets können
Aus der ersten Idee ist inzwischen schon ein kleines Spielzeug-Projekt geworden.
Die Pixel-Pets können zum Beispiel auf Bewegung reagieren. Wenn man sie schüttelt oder bewegt, passiert etwas auf dem Display.
Sie können kleine Gefühle zeigen und verschiedene Zustände haben. Mal sind sie fröhlich, mal brauchen sie Aufmerksamkeit.
Die Pets können sogar miteinander kommunizieren. Dann werden kleine Geschenke, Herzen oder Essen von einem Gerät zum anderen geschickt. Das findet Justus besonders lustig.
Und bei Muffin probieren wir gerade auch Sprache aus. Das Pet kann auf gesprochene Sätze reagieren können. Wichtig war uns dabei: möglichst ohne Cloud und ohne dauernde Verbindung ins Internet.

Warum wir das Projekt teilen
Justus ist inzwischen richtig stolz auf die Pixel-Pets. Er schaut immer wieder nach, ob unser Projekt auf GitHub neue Sterne bekommen hat. Für ihn ist das etwas ganz Besonderes: Andere Menschen können sehen, was wir gebaut haben.
Und vielleicht bauen sie sogar etwas Eigenes daraus.
Deshalb haben wir das Projekt Open Source veröffentlicht. Ihr könnt also reinschauen, es ausprobieren, verändern und weiterbauen.
Vielleicht habt ihr auch ein Kind zu Hause, das viele Ideen hat, aber noch nicht programmieren kann. Dann kann so ein Projekt ein schöner Einstieg sein. Nicht, weil am Ende alles perfekt sein muss. Sondern weil man gemeinsam etwas erschafft.
Bei uns war es eine tolle Papa-Kind-Zeit am Basteltisch. Nur dass diesmal nicht Papier, Schere und Kleber im Mittelpunkt standen, sondern Pixel, kleine Displays und ganz viele Ideen.
Zum Anschauen und Nachbauen
Hier geht es zu Projekt-Website:
Hier findet ihr unser Video:
Und hier gibt es das Projekt auf GitHub:
Vielleicht habt ihr ja Lust, auch ein kleines digitales Haustier zu bauen. Oder ihr nehmt die Idee einfach als Startpunkt für etwas ganz anderes.
Habt ihr schon einmal mit euren Kindern ein kleines Technik-Projekt ausprobiert? Oder gemeinsam mit KI etwas gebastelt? Dann schreibt es gerne in die Kommentare.
Viel Spaß beim Ausprobieren!





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